Das Denkmal für die Kinderopfer des Krieges

Die Bildhauerin Marie Uchytilová war von dem tragischen Verbrechen in Lidice sehr betroffen. 1969 entschied sie, eine Bronzestatue der Lidicer Kinder zu gestalten, die als Denkmal aller Kinderopfer von Kriegen verstanden werden sollte.

Es brauchte zwei Jahrzehnte, 82 überlebensgroße Statuen von Kindern zu schaffen. Das Atelier, in dem das Denkmal geschaffen wurde, wurde in der Zwischenzeit von mehreren Zehntausend Menschen aus aller Welt besucht. Sie begannen Geld für die Fertigstellung des Denkmals zu sammeln, da es bereits jeden, der es gesehen hatte, bewegt hatte.

Im März 1989 stellte die Künstlerin ihr Werk in Gips fertig, aber sie sah nie Geld aus den gesammelten Spenden. Deshalb goss sie die ersten drei Statuen auf eigene Kosten in Bronze. Unglücklicherweise starb sie unerwartet im Herbst 1989. Sie konnte ihr vollendetes Lebenswerk in Lidice nur in ihren Vorstellungen sehen.

Ihr Ehemann J. V. Hampl vollendete 1990 das Werk. Im Frühling 1995 wurde an der ausgewählten Stelle ein Betonfundament gegossen. Danach kam der lang ersehnte Tag. 30 Kinder in Bronzegestalt kehrten zu ihren Müttern zurück nach Lidice. Ab dem Sommer 1996 wurden in unregelmäßigen Abständen mehr Statuen aufgestellt. Die letzten sieben wurden im Jahr 2000 enthüllt. Inzwischen stehen dort 42 Mädchen und 40 Jungen, die 1942 ermordet wurden, und blicken in das Tal.
Im November 2010 wurde die Statue eines kleinen Mädchens, die rechts vorne stand, gestohlen. Angesichts des erheblichen öffentlichen Interesses wurde ein Konto eröffnet, um Geld zu sammeln, um die Statue zu ersetzen. Damit war es möglich eine neue Statue zu gießen und an ihrem ursprünglichen Platz wieder aufzustellen.

Großer Dank geht an jeden, der die Arbeit von Marie Uchytilová und Jiří V. Hampl ideell oder finanziell unterstützte.

Marie Uchytilová

17. Januar 1924 – 16. November 1989

Marie Uchytilová verbrachte ihre Kindheit und Studienzeit in Pilsen, wo sie bei Professor Otakar Walter Bildhauerei studierte. Von 1945 – 1950 besuchte sie die Kunstakademie in Prag und studierte dort bei Professor Otakar Španiel (Medaillen-Skulpturen). Daraufhin wurde sie Lehrerin für Bildhauerei an einer speziellen Kunstschule in Prag.

Sie schuf viele Plastiken, Porträts und Medaillen. Sie erstellte eine Statue von Barunka  für Česká Skalice und ihr Motiv für die 1-Kronen-Münze, eine Frau die den Ableger eines Lindenbaumes pflanzt, wurde am längsten für unsere Währung verwendet. Seit 1969 arbeitete sie durchgehend an dem Denkmal der Kinderkriegsopfer, dem ersten seiner Art in der Welt.

Sie starb unerwartet an einem Herzinfarkt am Abend vor dem 17. November 1989.