LIDICER SAMMLUNG

Beschränkung des Betriebs der Lidice Galerie wegen Rekonstruktion. Mehr hier.



GESCHICHTE UND CHARAKTER DER LIDICER SAMMLUNG
Im Jahre 1966 forderte der englische Arzt Sir Barnett Stross im Rahmen der Bewegung „Lidice shall live“ – „Lidice wird leben“ die bildenden Künstler aus der ganzen Welt auf, mit Schenkung ihrer Werke das Fundament für die Lidicer Sammlung und allmählich für die Entstehung des Museums der bildenden Kunst in Lidice zu legen, das so zur Stelle wurde, die die Solidarität der Künstler mit der Lidicer Tragödie symbolisiert.

Seit dieser Zeit verstrichen viele Jahre, die Werke aus erwähnter Sammlung wurden einige Mal in der Öffentlichkeit, meistens anlässlich der Jahrestage der Tragödie von Lidice und verschiedener Veranstaltungen, die mit der kulturell-politischen Entwicklung im Lande zusammenhingen, präsentiert. Mit Genugtuung können wir feststellen, dass die Lidicer Sammlung, die seit 1967 bis 2003 in der Verwaltung der Mittelböhmischen Galerie und dann des Tschechischen Museums der bildenden Kunst war, nach 37 Jahren im Jahre 2003 eine würdenvolle Ausstattung in der Lidicer Galerie - an der Stelle, für die sie initiiert worden war, erlebte.

Die Besucher der Gedenkstätte Lidice haben so Gelegenheit, das erste Mal bildende Werke zu sehen, deren Charakter erheblich heterogen ist, sowohl vom Aspekt der zeitlichen Orientierung der bildenden Kunst, als auch vom Aspekt vertretener bildender Disziplinen.

In der Sammlung sind vertreten die Künstler aus 30 Ländern der Welt – aus Algerien, Australien, Belgien, Brasilien, Ceylon, der damaligen Tschechoslowakei (jetzt Tschechien und Slowakei), Chile, Ägypten, Finnland, Holland, Indien, Kambodscha, Kolumbien, Zypern, Luxemburg, Ungarn, Mexiko, Deutschland, Norwegen, Pakistan, Österreich, Rumänien, Griechenland, der damaligen Vereinigten Arabischen Republik, der damaligen Sowjetunion, Schweden, Uruguay und Großbritannien (z. B. Peter Plake, Roman Opalka, Leopold Survage, Emilio Vedova, Renato Guttuso oder Tamaya).

Geschenke der deutschen Künstler initiierte im Jahre 1967 der Berliner Galerist René Block, um im Jahre 1996 weitere Werke zu sammeln. Wertvollste Dominante dieses Teiles der Lidicer Sammlung ist das Bild von Gerhard Richter "Onkel Rudi", das in letzter Zeit im Zusammenhang mit Veranstaltung der Weltausstellungen von höchstem Prestige verliehen wird. Von weiteren Autoren nennen wir Joseph Beuys, Jorg Immendorf, C.O. Paeffgen, Jochen Gerz, Wolf Vostell, Rosemarie Trockel und weitere.

Besondere Stelle verdient die gelungene Sammlung der tschechischen bildenden Künstler (Jan Smetana, Karel Souček, Vojtěch Tittelbach, Václav Kiml, Pravoslav Kotík, František Gross, Jitka a Květa Válová, František Foltýn, František Mertl, Olbram Zoubek, František Jiroudek, V. V. Novák, Vincenc Beneš, Cyril Bouda, Karel Svolinský, Adolf Hoffmeister, Josef Jíra und weitere).

Zu heutigen Tagen ist die Anzahl von Werken mit 415 Sammlungsgegenständen stabilisiert.

STÄNDIGE EXPOSITION
Im Erdgeschoss der Lidicer Galerie können wir Zurzeit 94 bildende Kunstwerke aus der ganzen Welt in ständiger Exposition sehen, deren Autor Prof. Stanislav Kolíbal ist. Die übrigen Kunstwerke sind im neu funktionierenden Depositar aufbewahrt.

Mit der Entstehung der Galerie in Lidice im Jahre 2003 und der Veröffentlichung der Sammlung in Gestalt der ständigen Exposition wird sie, wie zum Anfang vorgesehen, bekannt und dringt sie in Bewusstheit nicht nur der hiesigen Öffentlichkeit, sondern auch der ausländischen Besucher von Lidice ein. Damit ist die ihre Entstehung anregende Idee gemeinsam mit allgemein geltendem Appell erfüllt, der auf das auch die nächsten Generationen verpflichtende Imperativ verweist: Das Gedenken an die Einwohner von Lidice und nicht nur die Opfer von Lidice soll bewahrt bleiben und die Willküräußerungen auf unserem Planeten sollen endgültig erlöschen.

Kuratorin der Lidice Sammlung Mgr. Ivona Kasalická


  • Artikel über Lidicer Sammlung, Oktober 2008 (hier)
  • Central Registry of Collections (hier)
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