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GESCHICHTE DER GEMEINDE LIDICE |
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Die erste historische Erwähnung von Lidice kann man in der Chronik des Abtes aus Zbraslav,
Petr Zitavsky, finden. In der Chronik steht es, dass die Gemeinde gegen das Jahr 1300 von
einem Prager reichen Bürger Pavlík unterstützt wurde.
Die erste Erwähnung der Schule von Lidice stammt aus dem Jahr 1713. Die Schule besuchten in dieser Zeit 127 Kinder. Sie hatte eine einfache Zentralheizung und war so offensichtlich die erste dieser Art in Tschechien. Im Jahre 1824 wurde eine neue einstöckige Schule gebaut. Dank der Entwicklung der Industriebetriebe in Kladno (Steinkohleabbau, im Jahr 1855 wurde
der erste Hochofen in Betrieb gesetzt) herrschte in der Gemeinde in der zweiten Hälfte des
Eine tragische Wendung bedeutete für Lidice die Okkupation der Tschechoslowakei durch Hitler-Deutschland. Zum harten Niederschlagen des steigenden antifaschistischen Widerstands wurde im September 1941 der Chef der Sicherheitspolizei und SS-Obergruppenführer, Reinhard Hendrich, zum stellvertretenden Reichsprotektor ernannt. Seine kurze Machtwirkung hatte die Verhaftung von 5000 antifaschistischen Widerstandskämpfern und ihren Helfern zur Folge. Die Stand- und Kriegsgerichte arbeiteten mit voller Kraft und die Okkupanten machten nicht einmal vor Morden ohne Gerichtsverhandlung halt, dwas im ganzen Land eine Atmosphäre der Angst verbreiten sollten. Auf den Richtstätten und auch in den Konzentrationslagern starb auch eine Reihe von Einwohnern aus Kladno. Die Entscheidung der tschechoslowakischen Exilregierung in London, ein Attentat auf Reinhard Heydrich zu verüben, veränderte die Lage des tschechoslowakischen Volkes grundlegend. Der Angriff der tschechischen Fallschirmspringer, bei dem Heydrich am 27.Mai 1942 tödlich verletzt wurde, führte zu jenen Ereignissen, die die ganze Welt bewegten. Ein nicht klarere Brief der Angestellten der Schlaner Fabrik, unterschlagen vom Mitbesitzer F. Pala, erweckte bei der Gestapo in Kladno den Verdacht, dass das Attentat irgendwie im Zusammenhang mit der Familie Horak aus Lidice steht, denn ihr Sohn war Mitglied des tschechischen ausländischen Armee in Grossbritannien. Obwohl bei der Durchsuchung kein verdächtiges Material gefunden wurde, weder Waffen noch Sender, nutzten es die deutschen Machthaber aus, um sich wegen „des Todes des ausgezeichneten Mannes des deutschen Volkes" zu rächen. Sie entschieden sich, diesen Racheakt an den Bewohnern der Gemeinde Lidice zu verüben. Der Schicksal einer kleinen Gemeinde, in der 503 Einwohner lebten, ging am 10.Juni 1942 ein paar Minuten nach Mitternacht in Erfüllung. Die Ereignisse, die sich hier an einem Sommertag abspielten, zeigt ein von den Vollziehern dieses Verbrechens gegen unschuldige Leute gedrehter Dokumentarfilm. Es ist ein Stummfilm, aber trotzdem verstehen ihn alle, ohne Unterschied der Hautfarbe und der Sprache. Dieser Film diente als Dokument Nr. 379 beim Gerichtsprozess gegen die deutschen Hauptverantwortlichen in Nürnberg im Jahre 1945. Es ist möglich, einige montierte Passagen des Films im Videodokument des Museums von Lidice zu sehen.
Ausser der augenblicklichen und langsamen Liquidierung in den Konzentrationslagern nahmen
die Nazis auch an der Zerstörung der Gemeinde teil. Die Häuser wurden zuerst
niedergebrannt und dann durch Sprengstoff vernichtet. Die Liquidationstruppe machte
weder vor der Zerstörung der
Die Nachricht von der Zerstörung Lidice umlief schnell die ganze Welt. Die Absicht, die
tschechischen Gemeinde von der Weltoberfläche wegzufegen, gelang jedoch nicht.
Zu Ehren von Lidice wurden eine Reihe von den Gemeinden in der ganzen Welt nach
ihrem Namen umbenannt.
Im Sommer 1947 wurde 300 m von der ursprünglichen Gemeinde entfernt der Grundstein für
die neue Gemeinde Lidice gelegt. Der Bau der ersten Häuser in Lidice wurde im Mai 1948
begonnen. Allmählich wurde durch die grosse Mithilfe von Freiwilligen aus der ganzen
Republik und auch aus dem Ausland eine neue Gemeinde mit über 150 Häusern aufgebaut.
Zugleich wurden auch das heutige Gemeindeamt, die Post, das Kulturhaus und das
Geschäftszentrum erbaut. Ausserdem wurde die Mahn- und Gedenkstätte einschliesslich
des gemeinsamen Grabes der Männer aus Lidice, das Denkmal und das Museumsobjekt errichtet.
Zwischen der Mahn- und Gedenkstätte und der neuen Gemeinde wurde am 19.
Im Laufe der Jahren beteiligten sich an der Gemeindeverschönerung eine Reihe von den Künstlern. Das Leben in der Gemeinde blieb für gewisse Zeit stehen, doch dank der Hilfe aller hilfsbereiten Menschen aus der ganzen Welt entstand aus einer kleinen eine grosse Flamme. Wohin sie weitergeht, liegt allein in den Händen der gegenwärtigen Einwohner. Kommen auch Sie, zum stillen Gedenken an die unschuldigen Opfer von Lidice. Besuchen Sie das Museum, wo Fakten und Dokumente der Tragödie in Lidice gesammelt wurden, den Rosenpark, die Mahn- und Gedenkstätte und auch die neu errichtete Gemeinde. |
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