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Geschichte des Denkmals für die Kinderopfer des Krieges |
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DIE KINDER VON LIDICE Das Schicksal der Kinder ist an der Tragödie von Lidice am traurigsten. Die Trennung der Kinder von ihren Müttern erfolgte im Turnsaal des Gymnasiums von Kladno. Die Kinder wurden mit dem Bus zum Bahnhof gebracht, dann fuhren sie mit dem Zug nach Lodz , wo sie drei Wochen lang in einem Sammellager lebten. Das kleinste Kind war 1 Jahr und 6 Tage alt, die ältesten Jungen waren 15, die Mädchen bis 16 Jahre alt. Am 2. Juli wurde über ihr Schicksal entschieden. Einige Kinder erhielten geheim Korrespondenzkarten, um ihren Verwandten zu schreiben. Dann wurde der Befehl zum Transport in das Vernichtungslager in Chelmno erlassen. Die hergebrachten Opfer wurden in das Schlösschen gebracht mit der Maßgabe, dass sie weiter fahren werden. Sie mussten sich ausziehen, nur die Unterwäsche, das Handtuch und die Seife wurden ihnen belassen, damit sie vor der Reise Bad nehmen können. Dann wurden sie zu einem speziell für 80-90 Personen hergerichteten Lastkraftwagen abgeführt, wo sie während 8 Minuten mit Auspuffgasen getötet wurden. Hier enden die letzten Spuren der Kinder von Lidice. Von 105 Lidicer Kindern blieben bloß 17 am Leben - 9 Kinder, die durch die deutschen Familien adoptiert wurden, und 7 kleinste knapp 1 Jahr alte Kinder, die in einem deutschen Kinderheim in Prag untergebracht wurden. Ein kleiner Junge starb in diesem Heim. Nach der Tragödie von Lidice wurden noch 7 Kinder geboren, am Leben blieben bloß zwei. Ein Junge wurde im Konzentrationslager geboren, nach der Geburt wurde er jedoch gleich getötet. Am 10 Juni, dem Tag der ersten Totenfeier, erhob eine der Frauen von Lidice, Anna Hroníková, eine Bitte zur Nation: “Helfen Sie uns unsere Kinder finden“.
Mit Hilfe von Frau Hana Benešová begab sich dann eine Gruppe, zusammengesetzt aus zwei Polizisten und zwei Müttern von Lidice, auf die Suche nach den Spuren von Kindern. Die Suche endete im Mai 1947, als das letzte Kind, Václav Zelenka, gefunden wurde.
DENKMAL FÜR DIE KINDEROPFER DES KRIEGES Die Tragik des Verbrechens in Lidice beeindruckte tief die akademische Bildhauerin, Prof. Marie Uchytilová. 1969 entschied sie sich, eine Statuengruppe der Lidicer Kinder aus Bronze zu schaffen, die als „Denkmal für die Kinderopfer des Krieges“ wahrgenommen werden sollte. Sie verbrachte mit der Gestaltung von zweiundachtzig Kinderstatuen in Überlebensgröße zwei Jahrzehnte. Das Atelier, wo das Denkmal allmählich entstand, wurde während dieser Zeit von Dutzenden Menschen aus der ganzen Welt besucht. Spontan begann man finanzielle Mittel für die Realisierung der Statuengruppe, die schon damals jeden, der sie zu sehen bekam, ansprach, zu sammeln. Im März 1989 beendete die Autorin das Werk in Gips, aus eingesammelten Spenden bekam sie jedoch nie was. Sie nahm also einen Bronzeabguss von drei ersten Statuen und finanzierte es aus ihren eigenen Ersparnissen. Leider im Herbst 1989 stirbt sie unerwartet. Sie sah daher ihr in Lidice untergebrachtes Lebenswerk nur in ihrer eigenen Vorstellung. Seit 1990 arbeitete an dem Werk, jedoch schon allein, ihr Gatte, J.V. Hampl, weiter. Im Frühling 1995 wurde auf dem dafür bestimmten Platz im Gelände ein mit Granitplatten verkleidetes Betonpodest errichtet und dann trat der so lange erwartete Moment ein. Zu ihren Müttern kehren nach Lidice 30 Kinder in Bronzegestalt zurück. Seit dem Sommer 1996 wurden mit verschiedenem Zeitabstand weitere Statuen installiert. Die letzten 7 wurden 2000 enthüllt. Jetzt schauen so also 42 Mädchen und 40 Jungen, die 1942 ermordet wurden, ins Tal. Die akademische Bildhauerin Marie Uchytilová
Die Kindheit und die Studentenjahre erlebte sie in Pilsen, wo sie Bildhauerkunst beim Prof. Otakar Walter studierte. In den Jahren 1945-1950 war sie Hörerin der Akademie der bildenden Künste in Prag beim Prof. Otakar Španiel (Fach Medailleur- und Bildhauerkunst), dann wurde sie Professorin für Bildhauerkunst an der Fachschule der bildenden Künste in Prag. Sie ist Autorin von vielen Plastiken, Portraits und Medaillen. Sie schuf die Statue von Barunka für Česká Skalice und ihre Einkronenmünze mit der Frau, die einen Lindenzweig anpflanzt, war unser am längsten umlaufendes Zahlungsmittel. Seit 1969 arbeitete sie unaufhörlich an dem „Denkmal für die Kinderopfer des Krieges“, das als einzigartiges Werk in der Welt gilt. Sie starb plötzlich an Herzinfarkt am Vorabend des 17. November 1989.
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